Bürgerinitiative Gegenwind Flörsbachtal e.V.
Bürgerinitiative Gegenwind Flörsbachtal e.V.

Trinkwasserschutz in Flörsbachtal

Die Gemeinde fördert in allen Ortsteilen das Trinkwasser für die Einwohner aus eigenen Brunnen. Die Wasserqulität entspricht den höchsten Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Subjektiv haben die Einwohner Flörsbachtals das Gefühl das beste Wasser zu haben.

Quellgebiet

Gefährden Windkraftanlagen den Trinkwasserschutz?


Hierauf gibt es sicherlich keine einfache Antwort. Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung im Vorfeld einer Baugenehmigung, die das Regierungspräsidium in Darmstadt durchführt, kommt dem Trinkwasserschutz eine hohe Bedeutung zu.

 

Allerdings sind hier in der Betriebsphase der Anlage Zweifel angebracht, da die Windkraftanlagen, je nach Typ, mehrere hundert Liter Getriebeöl in der Gondel haben, die auch regelmäßig erneuert werden müssen. Bauauflagen sehen zwar Auffangwannen hierfür vor, aber eine Kontrolle dafür findet nicht statt. Das Regierungspräsidium in Darmstadt hat  in einer Anfrage bestätigt, dass die Überwachung in der Betriebssphase der Anlagen nicht in den Zuständigkeitsbereich des RP fällt. Zuständig hat sich bisher auch keine andere Verwaltungsdienststelle gezeigt.

 

Es besteht als die Gefahr, dass im Brandfall oder wegen eines Defektes, austretendes Öl ins Grundwasser gerät und in die Trinkwasserbrunnen einsickern kann.

Jedes Unternehmen in Deutchland unterliegt einer Gewerbeaufsicht und wird regelmäßig kontrolliert. Bei den Windkraftanlagen hat der Gesetzgeber offensichtlich dafür keine Vorkehrungen getroffen. Das Risiko tragen also die betroffenen Bürger.

Betonfundamente im Wald – was geht mich das an?

 

Neulich las ich ein paar Berichte über plötzliche Grundwasserverunreinigungen mit giftigen Schwermetallen nach dem Errichten von Windkraftanlagen. Von Barium, Blei, Chromat und Vanadium war da die Rede. Entdeckt wurden die Verunreinigungen nur zufällig, weil es in der Nähe Trinkwasserbrunnen gab, die regelmäßig überwacht wurden. Als Ursache für die „Brunnenvergiftung“ wurden jeweils die Betonfundamente der Windkraftanlagen angeführt. Für eine einzige Anlage werden immerhin gut 4000 Tonnen Beton ins Erdreich verbracht.

 

Warum ist auch unser Trinkwasser in Gefahr?

 

Beton ist ein poröses, chemisch recht instabliles, zementgebundenes Material, und besonders durch den Zement (seinem unverzichtbaren Bindemittel) kommen Schadstoffe ins Spiel. Zu diesen freisetzbaren (auslaugbaren) trinkwassergefährdenden Stoffen gehören auch sämtliche Schwermetalle. Das verrät ein Blick auf die Liste der Geringfügigkeitsschwellenwerte für anorganische Parameter zur Beurteilung von Grundwasserverunreinigungen durch Beton, die 2013 von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) aktualisiert wurden, oder auch auf die Liste der Höchstwerte der Spurenelementgehalte der zur Betonherstellung eingesetzten Zemente. Auf diesen Listen findet man: Antimon, Arsen, Barium, Blei, Bor, Cadmium, Chrom, Chromat, Kobalt, Kupfer, Molybdän, Nickel, Quecksilber, Selen, Thallium, Vanadium, Zink, Zinn, Chlorid, Cyanid, Fluorid und Sulfat.

 

Giftige Schwermetalle sind also tatsächlich herstellungsbedingt im Beton enthalten, und zwar vor allem durch sogenannte sekundäre Roh- und Brennstoffe und die Verwertung von Sonderabfällen bei der Zementherstellung.

Verbrannt werden unter anderem: Industriekalk, Gießerei- und Hüttensande, Kiesabbrand, Flugaschen, Reststoffe aus der Eisen- und Stahlindustrie sowie Bauschutt einschließlich Rotorblättern von Windkraftanlagen, Industrie- und Gewerbeabfälle, Altreifen, Altöl, Tiermehle und -fette und Altholz. Durch die hohen Brenntemperaturen während des Herstellungsprozesses reagiert das Brenngut intensiv mit dem Ofengas  und erzeugt neue chemische Stoffe. Der fertige Beton kann daher durchaus höher belastet sein als die noch so sorgsam ausgewählten Ausgangsstoffe. Dies kann zu erheblichen Überschreitungen festgelegter Grenzwerte führen.

Zwar werden in Deutschland hohe Anforderungen an die Umweltverträglichkeit von Zement und Beton gestellt aber es erfolgt keine Überwachung nach der Erstellung von Betonfundamenten.

Und das ist das Problem. Denn dass es ausgerechnet bei Betonfundamenten im Wald zu einer verstärkten Auslaugung von Schadstoffen kommt, liegt an der besonderen Beschaffenheit des Waldbodens. Und damit hat sich die Forschung bisher nicht beschäftigen müssen, denn bis zu dem Entschluss, Windkraftanlagen in Wälder zu bauen, durften keine Bauwerke dieser Größenordnung in Wäldern oder Kammlagen errichtet werden. Aus gutem Grund, denn es handelt sich um besonders empfindsame, grundwasserbildende Bereiche. Entsprechend hoch war bisher ihr Schutz. Erst die Privilegierung der Windkraft (die automatische Vorfahrt auch gegen bestehende Gesetze und Verordnungen) machte diese Einsatzorte trotz ihrer Gefahr für das Grund- und Trinkwasser möglich.

Experten aber schlagen Alarm: Im sauren Waldbodenmilieu (pH-Wert unter 6,5) und hier wiederum insbesondere auf den exponierten Kammflächen gelten keine Prüflaborbedingungen. Dr. Alexander Stahr beschreibt es in seinem Artikel „Windindustrie im Wald: Boden und Trinkwasser“ (auf www.ahabc.de:) so: „Medien unter pH 6,5 greifen grundsätzlich Beton an und sorgen so für steten Nachschub an freien Oberflächen zur Auslaugung von Schwermetallen

Beim Bau und Verbleib der bis zu 30 Meter tiefen Stahlbetonfundamente von Windenergie-anlagen lässt sich die Gefahr einer Verunreinigung von Grundwasser durch keine noch so gut gemeinte oder sorgsam durchgeführte Verhinderungsmaßnahme ausschließen. Und das gilt besonders in Regionen mit stark geklüfteten Grundwasserleitern wie hier bei uns im Sandstein-Spessart.

Die hier statisch erforderlichen Gründungs- und Bodenverbesserungsmaßnahmen kommen Bohrungen gleich, die in zerklüfteten Grundwasser führenden Gebieten zu unabsehbaren Folgen des Wasserhaushalts führen können.

 

Wenn wir trotz erheblicher Umweltverträglichkeitsbedenken zum Beispiel die geplanten Windkraftanlagen auf das sogenannte Bergfeld bauen, können vom Waldboden ausgelaugte Schadstoffe durch die vorhandene Sandsteinklüftung jederzeit sehr schnell in unser Grund- und Trinkwasser gelangen.

 

Und übrigens ist Beton in der Windkraft natürlich nicht die einzige mögliche Vergiftungsquelle für unser Trinkwasser. Windkraftanlagen gelten allgemein als wassergefährdende Industrieanlagen. Pro Anlage müssen wir uns zusätzlich zum Beton noch bis zu 1200 Liter Getriebeöl, 300 Liter Hydrauliköl und Schmiermittel und 600 Liter Kühlmittel vorstellen, die jederzeit durch einen Störfall in den Boden und also in unser Wasser gelangen können. Von den Unfällen während der Bauzeit noch gar nicht zu reden. Wenn wir dann bedenken, dass Beton verantwortlich ist für 9 % aller menschengemachten CO2-Emissionen, dann brauchen wir nicht lange zu rechnen, um zu wissen, dass es ein weit wirkungsvollerer Beitrag zum Klimaschutz ist, den Wald einfach Wald sein zu lassen. Dann kommt es auch zu keinem Nitrateintrag ins Grundwasser durch großflächige Rodungen.

 

Ich habe gelesen, dass Flörsbacher Frauen 1982 durch ihren Protest den Bau von Raketenabschussbasen hier in Flörsbach verhindert haben. Einen solchen Kampfgeist könnte unser Wald jetzt brauchen.

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